Die Entdeckung des Irlen-Syndroms

Das Irlen-Syndrom und die Irlen Methode sind nach ihrerer Entdeckerin Helen Irlen benannt.

Dr. Helen Irlen, Schulpsychologin, erhielt 1981 einen US Bundesforschungsauftrag. Sie sollte Gründe für das Ungleichgewicht zwischen Lernfähigkeit und Leistungsnachweis bei Erwachsenen mit Legasthenie finden. Die Arbeitshypothese war: die Probanden haben Probleme beim Hören. Eines Tages hatte eine Kursteilnehmerin ihre Unterlagen in einer roten Klarsichtfolie. Ihr Tischnachbar stutzte: "Das kann ich lesen!" Helen Irlen griff dies sofort auf und stellte Fragen, die den Legasthenikern bisher noch nicht gestellt worden waren:

Wie sieht die Seite aus?

Was machen die Buchstaben?

Wie fühlen Sie sich beim Lesen?

Alle Probanden waren augenärztlich untersucht worden und hatten die eindeutige Diagnose "Legasthenie". Helen Irlen hatte etwas entdeckt, das in Europa bereits seit ca. 1880 unter dem Begriff "Wortblindheit" bekannt war. Eine Störung der Wahrnehmungsverarbeitung des Bildes, welches das Auge aufgenommen hat. Eine Störung, die offensichtlich auf "Farbe" reagiert. Da alle Probanden angaben, lichtempfindlich zu sein, scheint es sich um eine Überempfindlichkeit gegen bestimmte, individuell unterschiedliche Frequenzen unseres normalen Tages- und Lampenlichts zu handeln. Helen Irlen entwickelte einen umfangreichen Fragebogen, Testmaterial und farbige Folien, die auf die bedruckte Seite gelegt werden konnten.

Nach der Beendigung des US Bundesforschungsauftrags gründete Helen Irlen das Irlen Institut. Sie gab die Entwicklung von Irlen Spektralfiltern in Auftrag, die man als Brille tragen kann. Diese erwiesen sich im Alltag als praktikabler und sie hatten unerwartet positive Nebeneffekte. Lichtempfindlichkeit (Blendungsempfindlichkeit) lässt nach, stressabhängige gesundheitliche Beschwerden bessern sich nachhaltig. Der permanente Lichtstress lässt nach. Der Klient fühlt sich wohl(er).

Mittlerweile gibt es über alle Kontinente verstreut Diagnostiker, Screener und Personen, die an Forschungsprojekten und Publikationen beteiligt sind.


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Helen Irlen


© 2018 Sarah Ellen Luh